Wetzlarer
Kunstverein

Berichte über Vereinsaktivitäten


Jubiläum 2004
Wetzlarer Kunstverein
Ausstellung
"Von hier nach dort"


Blick auf 14 künstlerische Wege


Wetzlar. "Diese Ausstellung ist eine der vielen Veranstaltungen, mit denen der Wetzlarer Kunstverein und mit ihm die Stadt Wetzlar dessen 40-jähriges Jubiläum begeht," begrüßte Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) die Gäste zur Eröffnung der Ausstellung "Von hier nach dort" im Stadthaus am Dom. 14 aktive Mitglieder des Wetzlarer Kunstvereins (WKV) gewähren dort einen besonderen Blick auf ihr Schaffen.
 

Margret Uellenberg, Gert Heiland und Oberbürgermeister Wolfram Dette bei der Eröffnung der Ausstellung.
Margret Uellenberg, Gert Heiland und Oberbürgermeister Wolfram Dette bei der Eröffnung der Ausstellung.
 

Einer möglichen Lesart des Ausstellungsmottos "Von hier nach dort" folgend, wählten sie eines ihrer älteren Werke aus und interpretierten das Thema neu, von dem Punkt aus, an dem sie in ihrer künstlerischen Entwicklung mittlerweile stehen. Denn nur wenige, so Gert Heiland (2. Vorsitzender) in der Einführung, können 40 Jahre künstlerisches Schaffen aufweisen.

Die Spanne der Kunstwerke reicht von der Fotografie über realistische Zeichnungen bis hin zu abstrakten und informellen Gemälden in Acryl oder Pastell. Unter den ausstellenden Künstlern sind mit Alfred Fischer und seiner Frau Hanneliese zwei Gründungsmitglieder des Kunstvereins. Alfred Fischer ist mit seiner Collage "Grüner Orpheus" aus dem Jahre 1964 vertreten, die unter anderem neben dem 2004 entstandenen "Orpheus und Eurydike" zum Vergleichen einlädt. Hanneliese Fischer stellt eine "Waldstudie" von 1982 dem Werk "va buio" von 2004 gegenüber. 40 Jahre liegen zwischen "Stadt im Süden" von Renate Donecker und den vier aktuellen Werken, die wie Makroaufnahmen von Strukturen wirken.

Rose-Marie Koch überspannt mit ihren Exponaten den Zeitraum von 1995 bis 2002, Renate Mergehenn stellt ein Bild von 2000 zweien aus 2004 gegenüber. Anne Helds Ausgangsbild "Gegenlicht" von 1994 korrespondiert mit "Stehend, schlafend" von 2004, und Holle Klein zeigt die Werke "Tischlein deck dich" I bis V, von denen eines 1981, die anderen 2004 entstanden.
 


 

Leonore Vahrson-Freund ist unter anderem mit ihren kubistischen Arbeiten "Zell-Schnitt" von 1968, 1988 und 2004 vertreten. Wolfgang Michaeli stellt seinem Bild "Florales" von 2000 fünf Blätter mit dem Titel "Allee" entgegen, vor denen die Silhouette eines Mannes zu den nächsten Werken eilt. Die Landschaftsmotive von Christian Sämann stammen aus den Jahren 2000, 2001 und 2003. Renate Mergehenn setzt eine Figurine in neue Zusammenhänge. Sabine Grimm ist mit einem Linolschnitt von 1972 sowie einem Kreidebild von 1998 vertreten, die jeweils einem Holzschnitt und einem Kreidebild von 2004 gegenüberstehen. Außerdem gibt sie in einer Glasvitrine Einblick in ihr figürliches Schaffen mit Glas.

Eine Folge von vier fast impressionistisch wirkenden Bildern stellt Margret Uellenberg nebeneinander, in den letzten fünf Jahren entstanden. Jürgen Kittel, einer der beiden Fotografen der Ausstellung, stellt dem Bild "Tulpen" von 1982 zwei Details "Tulpe I" und "Tulpe II" von 2004 gegenüber. Und Jürgen Pichotta (picho), der zweite Fotograf, ist mit dem dokumentarischen "Eisenzeit" von 1995 und der ironischen Botschaft "Olympia ist überall", einer konzeptionellen Arbeit, vertreten.

"Dies ist keine Leistungsschau der mess- und bewertbaren Kunst", so Gert Heiland, "sondern mehr eine Besinnung, ein Bekenntnis zum eigenen Schaffen, ein Bekenntnis zur eigenen Kunst, umgesetzt in wenige, sorgsamst ausgewählte Exponate."
 


 

Die Schau ist bis 4. Juli zu sehen. Öffnungszeiten: montags 13.30 bis 18 Uhr, dienstags bis freitags 9 bis 13.30 und 14 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, sonntags 10 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Text: Klaus J. Frahm
 


 

Vier Jahrzehnte Kunstverein:
Neue Ausstellung im Stadthaus

Bericht der Gießener Allgemeinen Zeitung
 
Wetzlar. "40-jähriges Bestehen feiert der Wetzlarer Kunstverein (WKV) in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen. Der Ausstellungsreigen begann im Januar mit der »Jedermann«-Ausstellung im Foyer des Neuen Rathauses, bei der Mitglieder, die sich selbst nicht als Künstler verstehen, ihren kreativen Beitrag zeigten. Jetzt folgt die Ausstellung der WKV-Künstler im Stadthaus am Dom. Als Ausstellungstitel wurde »Von Hier nach Dort« gewählt. Dies meint vorwiegend die Zeit, die sich in der künstlerischen Entwicklung der Einzelnen im Laufe von Jahr(zehnt)en zeigt. Es begrüßte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Wolfram Dette, einen Rundblick über die Kunst gab der zweite Vorsitzende des Kunstvereins, Gert Heiland. Die beteiligten Künstler wählten jeweils ein markantes oder subjektiv typisches Werk ihrer Vergangenheit und setzten aktuelle Arbeiten in Bezug. Auffallend ist, dass sich bei den meisten vor allem das Format wandelte. Von den Gründungsmitgliedern noch aktiv dabei ist Alfred G. Fischer, der als Vergleichsbild eine frühe Collage von 1963 zeigt; ansonsten ist er seinem der griechischen Mythologie entlehnten Motiven treu geblieben. Die Ausstellung sei keine Vergleichsschau, so Gert Heiland, sondern eine Ausstellung der Besinnung und des Rückblicks auf Erreichtes. Es dokumentiere sich zugleich Beständigkeit und Freude am Experiment, und die Lebendigkeit der Weiterentwicklung. Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 4. Juli.


 
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