Wetzlarer
Kunstverein

Berichte über Vereinsaktivitäten


Jubiläum 2004
Wetzlarer Kunstverein
Vier Fotografen präsentieren ihre Werke im Kreishaus


Verborgene Schönheit, mahnende Blicke in die Vergangenheit, faszinierende Strukturen und die Ästhetik der Nacktheit


Wetzlar. Eine bestechende Vielfalt zeigen die Objekte der Ausstellung "Vier Fotografen" im Wetzlarer Kreishaus. Auf unterschiedliche Art zeigen vier Wetzlarer Künstler Realitäten, die dem flüchtigen Blick normalerweise entgehen. Den Anfang machen die farbenfrohen Blicke Jürgen Kittels, die zunächst an Computergrafik erinnern. Farbige Strukturen, Lichtspiele und Erscheinungen, die zunächst Rätsel aufgeben, ziehen den Blick an. Manchen kann man bei näherer Betrachtung oder mit einem Blick auf den Titel ihr Geheimnis entreißen. Es sind Aufnahmen ganz alltäglicher Dinge, wie Baumrinde, Lichtreflexen auf einer Wasserfläche oder vom Wind geschaffene Strukturen im Sand.


Holger Daberkow, Jürgen Kittel, Jürgen Pichotta (Picho) und Matthias Neuhaus
Von links: Holger Daberkow, Jürgen Kittel, Jürgen Pichotta (Picho) und Matthias Neuhaus
 

Die vier Fotografen sind Mitglieder des Wetzlarer Kunstvereins und für die heimische Künstlervereinigung ist es ein Novum, mit einer reinen Fotoausstellung an die Öffentlichkeit zu gehen. Gert Heiland, zweiter Vorsitzender des Kunstvereins, führte die zahlreichen Besucher der Vernissage in die Werkschau ein.

Nach den Strukturen und Farbspielen Kittels gelangt man zu den Botschaften des engagierten Künstlers Picho, das ist Jürgen Pichotta, dessen zentrales Ausstellungsstück "Esterwegen - Vorgestern, Gestern, Heute" in zwölf Schwarz - weiß Fotografien die Erinnerung an das Konzentrationslager Esterwegen bewahren, in dem das Lied von den Moorsoldaten entstand.

Holger Daberkow, dessen Fotografien von Industrieanlagen vielen Wetzlarern ein Begriff sind, ist seinem Thema treu geblieben, fokussiert seinen Blick inzwischen jedoch auf winzige Details. "Es sind die kleinen Rädchen, die für das Getriebe doch so wichtig sind", so Heiland. Diese künstlerischen Detailaufnahmen heben Dinge ins Bewusstsein, die sonst unbeachtet ihren Dienst verrichten, Haken, Muttern, Drahtseile werden zu ästhetischen Objekten. Der vierte im Bunde ist Matthias Neuhaus, der sich einem klassischen Gebiet der Schwarz - weiß - Fotografie zugewandt hat. Weibliche Akte künstlerisch ausgewogen und ausgeleuchtet bilden im hinteren Gang den Abschluss der Ausstellung. "Es gäbe auch männliche Akte, wenn sich Männer zum Modellstehen gefunden hätten", so Heiland und: "Bei Neuhaus' Aktstudien sind die Modelle zwar nackt, aber niemals entblößt."

Die Ausstellung ist noch bis zum 29.8.2004 in der Galerie im Kreishaus, Karl-Kellner-Ring 51 in Wetzlar Montags bis donnerstags , 8:30 bis 16:30 und freitags von 8:30 bis 12:00 Uhr zu sehen.

Klaus-J. Frahm in der "Wetzlarer Neuen Zeitung"


 
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