Wetzlarer
Kunstverein

Berichte über Vereinsaktivitäten


Jubiläum 2004
Wetzlarer Kunstverein
Ausstellung von Margret Uellenberg
in Wetzlar


Einblick in ein vielseitiges Oeuvre


Wetzlar. "Vielleicht hat die Künstlerin nur ein Söckchen eingeschmuggelt, das uns in der Welt der freien Form einen Halt geben soll." Hartmut Schmidt, Wetzlars Museumsdirektor, schmuggelte in seine Einführung in die Ausstellung von Margret Uellenberg (Edingen) einige Stöckchen ein, die dem Publikum bei der Betrachtung der Bilder der Malerin Halt geben. Im Wetzlarer Stadthaus am Dom sind für einen Monat 33 Werke von Uellenberg ausgestellt. Nach der Begrüßung durch Stadtrat Manfred Viand (CDU) gab Schmidt in bewährt kenntnisreicher Manier einige Anregungen zum Umgang mit den ausgestellten Werken.

Margret Uellenberg
Margret Uellenebrg
 

Uellenberg, seit 1994 Vorsitzende des Wetzlarer Kunstvereins, geht an ihre Themen mit einer konkreten Vorstellung von einem Titel, die sie in aufwändigen Farbskizzen entwickelt. Schon diese Skizzen sind vollständige kleine Kunstwerke, so dass Schmidt durchaus mit Berechtigung sagen konnte: "Auch ein kleiner Uellenberg ist ein richtiger Uellenberg". Sie arbeitet mit einem klaren Plan an ihren Werken und nicht einfach "aus dem Bauch heraus" erklärte die Malerin. Eindrücke, die sie bei Besuchen, Urlaubsreisen oder Studienaufenthalten sammle, verarbeite sie später in ihren Werken. So geht das Gemälde "Meer" auf einen Aufenthalt in Antalya zurück, bei dem sie von der Farbe des Mittelmeers so inspiriert war, dass sie die Erinnerung umsetzen musste.

In den Gartenbildern werden nicht nur der Zauber und das Licht, etwa eines mediterranen Gartens, eingefangen, sondern in dem Bild des Herrenhäuser Gartens aus Hannover ein wenig von den skurrilen Legenden, die sich um die Parkanlage ranken spürbar. Bilder wie Paarung und Teilung entstanden im Rahmen einer Themenstellung des Kunstvereins. Neben großen Gemälden und einigen Farbskizzen sind im Stadthaus auch kleinere Zeichnungen zu sehen, die fast wie Holzschnitte wirken. Diese mit Ölstift gezeichneten und mit Terpentin lavierten Bilder heißen "Trauer" und "Alter ego" und setzen sich in fast minimalistischer Form mit ihrem Gegenstand auseinander.

Vier fast lebensgroße Holzplatten zeigen verschiedene Gestalten ganz in Schwarz gehalten. Druckstöcke, die Uellenberg, statt mit ihnen Drucke anzufertigen, zu eigenen Kunstwerken erklärt. So entstanden aus einem unterbrochenen Arbeitsprozess heraus faszinierende Werke in fast ethnischem Stil, die durchaus als neue Kunstform neben den herkömmlichen Bestand haben. Manchmal legt Uellenberg ein Bild für längere Zeit zur Seite, bevor sie weiter daran arbeitet. So hat sie das Bild "96", das in der Ausstellung mit der Nummer 11 gekennzeichnet ist, 1996 begonnen. Nach kurzer Zeit unterbrach sie die Arbeit und holte es erst 1998 wieder hervor, um weiter daran zu arbeiten. Auch diesmal vollendete sie es nicht, sondern stellte es nochmal für sechs Jahre zur Seite, bevor sie es in diesem Jahr fertigstellte.

Die spannende Ausstellung ist bis 17. Oktober 2004 zu sehen. Die Öffnungszeiten: montags 13.30 bis 18 Uhr, dienstags bis freitags 9 bis 13.30 und 14 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, sonntags 10 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Klaus-J. Frahm in der "Wetzlarer Neuen Zeitung"


 
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