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Der "Quadriga"-Maler stellt im Wetzlarer Kunstverein aus


Heinz Kreutz: Farben um ihrer selbst willen


Wetzlar. Das Informel ist vermutlich die bislang letzte Kunstrichtung, die echtes künstlerisches Neuland war, stellte Gert Heiland, stellvertretender Vorsitzender des Wetzlarer Kunstvereins (WKV), fest. Er bezog sich auf den Durchbruch dieses Stils, für den 1952 die so genannte Frankfurter Quadriga verantwortlich war. Und einer der Vier ist Heinz Kreutz. Seine neueren Werke - Ölbilder und Pastellzeichnungen - zeigt der Kunstverein bis 17. Juli. Die heimischen Kunstfreunde haben so die Chance, einen der bedeutendsten bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts näher kennen zu lernen.
 
Das Ziel der "Quadriga" - zu ihr gehörten noch Bernard Schulze, K.O. Götz und Otto Greis - war, "die Farbe vom Zwang zu befreien, abbilden zu müssen", so Heiland. Die Farbe wird als eigenständiges Ereignis zwischen Licht und Dunkelheit wahrgenommen. Entkoppelt von den Gegenständen, sucht sich die Farbe ihre Form, weiß Kreutz.

Heinz Kreutz
Heinz Kreutz. (Foto: Lademann)
 

Mit heiterer Gelassenheit nimmt der 81-jährige Kreutz, der zur Vernissage angereist war, die Ignoranz hin, auf die er auch heute noch mit seinen Arbeiten gelegentlich stößt. Wenn etwa jemand feststellt, man könne ja gar nicht erkennen, was auf den Bildern dargestellt sei, wobei es doch offensichtlich ist. Titel, wie "Farbe in der Gnade des Lichts" sind klare Hinweise.
 
"Nuancenreich sind die Bilder, Farben verschmelzen, lösen sich, treten nach vorn und zurück, bilden Räume, ohne das Linien die Farben zur Fläche pressen", so Heiland. In den letzten Jahren hat sich Kreutz neben der Ölfarbe auch mit dem Pastell beschäftigt. In der Ausstellung hängen einige dieser Arbeiten. Es wird ein anderer Kreutz sichtbar, verbindlicher, filigraner, zeichnerischer. Doch zuhause, so befand der Redner, sei Kreutz in den Farben. Und auch nach fünf Jahrzehnten intensiver Arbeit zum Komplex Licht und Farbe zeigten seine Werke, dass das Thema unerschöpflich sei.
 
Die Begegnung mit dem aktuellen, frischen Werk eines Künstlers, der bereits Kunstgeschichte geschrieben hat, ist noch bis zum 17. Juli 2005 möglich. Öffnungszeiten: freitags 16 bis 19 Uhr, samstags 11 bis 14 Uhr und sonntags 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt in die WKV-Galerie im Alten Rathaus, Hauser Gasse 17, ist frei.

Klaus-J. Frahm in "Wetzlarer Neue Zeitung", 14. Juni 2005
 

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